Die 10 gängigsten Konflikte in der Arbeit (Teil 1)

Konflikte in der Arbeit sind etwas ganz natürliches und kommen beinahe tagtäglich vor. Heute stelle ich Euch die ersten 5 gängigsten Konflikte in der Arbeit vor. Im Teil 2 die restlichen 5 Konflikte, danach folgt ein Blogartikel mit wertvollen Tipps und Tricks zur Konfliktlösung am Arbeitsplatz.

1. Konflikte mit sich selbst:

-> fehlende Motivation
-> Überforderung bzw. Unterforderung
-> Probleme im Privatleben: Streit, Eheprobleme, Probleme in der Partnerschaft, familiäre Probleme, Probleme mit Kindern, in der Erziehung
-> Krankheiten, Ängste, Depressionen, Burnout, Boreout,
Beispiel:
Frau Müller lebt in Scheidung von ihrem Mann, sie hat einen Sohn 7 Jahre. Zu Hause kriselt es immer noch, ihr Sohn sieht den Vater als Schuldigen. Frau Müller schläft schlecht. Kommt in der Früh schlecht aus dem Bett. Ihr Noch Ehemann bedroht sie! Sie lebt unter Angst.Konflikte in der Arbeit

2. tägliche Konflikte in der Arbeit

(Neid? Streitereien? Schlechte Grundstimmung? Konkurrenz, Missgunst kein gutes Betriebsklima? – Gängige Konfliktthemen: Gehalt, Urlaub, Neid, Konkurrenz, Missgunst, Leistungsdruck, Stress)
-> Folgende nervige Situationen mit Konfliktpotenzial tauchen immer wieder auf:
Folgende nervige Situationen mit Konfliktpotenzial tauchen immer wieder auf:

a) Schlecht reden hinter dem Rücken von Mitarbeitenden

Es kommt darauf an, ob über andere oder über mich selbst als Kollegin oder Kollege schlecht geredet wird. Wenn andere betroffen sind, dann sage ich bei nächster Gelegenheit: „Ich finde das nicht gut, dass hier über andere, die nicht anwesend sind, schlecht geredet wird.“ Ich entziehe mich dann konsequent diesem Gespräch, mache also einfach nicht mit. Eventuell muss ich dieses Fehlverhalten immer wieder ansprechen.
Wenn ich erfahre, dass jemand schlecht über mich redet, spreche ich die Person direkt an – aber immer unter vier Augen! Ist gar meine Chefin oder mein Chef der Übeltäter? Dann bitte um ein Gespräch. Ich sage, was ich gehört habe, möglichst genau und anhand eines Beispiels. Ich sage, dass mich so ein Verhalten verletzt. Sie oder er könne gerne mit mir über meine Leistung oder meinem Verhalten sprechen, wenn das nicht zufriedenstellend sein sollte: „Ich würde mich freuen, wenn Sie mir persönlich sagen, was an meiner Arbeit nicht in Ordnung ist, und nicht mit anderen in meiner Abwesenheit darüber sprechen.“
Bei Uneinsichtigkeit eskaliert der Konflikt. Die Konsequenz: „Change it“. Das heißt: Ich spreche das Verhalten bei den Vorgesetzten meiner Chefin oder meines Chefs an und baue darauf, dass meine Erwartungen entsprechend kommuniziert beziehungsweise weitgegeben werden. Wenn das auf Dauer nicht hilft, dann überlege ich, das Team oder den Arbeitgeber zu wechseln.
Sprechen die Kollegen schlecht über mich? Dann werde ich sie oder ihn bei nächster Gelegenheit, wieder unter vier Augen, darauf ansprechen. Ich sage: „Ich habe erfahren, dass du … gesagt haben sollst. Es verletzt mich, wenn hinter meinem Rücken schlecht über mich geredet wird. Wenn mein Verhalten nicht in Ordnung ist, kann man mir das sagen.“
Je nachdem, wie das Verhältnis zum Kollegen ist, kann ergänze ich: „Ich erwarte, dass das in Zukunft unterbleibt.“ (förmlicher Umgang). Oder: „Ich bitte dich als guten Kollegen, hinter meinem Rücken nicht schlecht über mich zu reden, sondern mich anzusprechen, wenn dir etwas nicht passt.“ (persönliches Verhältnis. Hilft das nicht, muss der Konflikt eskalieren und von Seiten der Vorgesetzten gelöst werden.

b) Diebstahl von Vorräten aus dem Kühlschrank

Die erste Frage dabei: Ist klar, wem was im Kühlschrank gehört? Im Zweifel muss ich meine Sachen kennzeichnen und das den anderen mitteilen. Ich berichte bei der nächsten Teambesprechung von diesen Vorfällen und bitte darum, persönliches Eigentum zu respektieren. Zweite Frage: Passiert der „Diebstahl“ aus Nachlässigkeit? Dann spreche ich das im Team an und bitte darum, dass persönliche Vorräte im Kühlschrank nicht von anderen verzehrt werden.
Wenn die Aktion absichtlich erfolgt, dann muss ich dem nachgehen – und im Zweifel Beweise vorlegen. Wenn es tatsächlich Kollegen gibt, die fremde Sachen aus dem Kühlschrank absichtlich klauen, dann melde ich das meiner Chefin oder meinem Chef. Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt, auch nicht, wenn es nur um kleine Beträge geht. Arbeitsrechtlich ist bei Bagatell-Diebstahl im Einzelfall sogar eine Abmahnung oder Kündigung möglich, denn dadurch wird das gegenseitige Vertrauen im Unternehmen zerrüttet.

c) Ablenkung durch Telefonanrufe

Wenn für eine gewisse Zeit Ruhe gebraucht wird, dann schalte ich das Telefon so lange um und bitte einen Kollegen, eingehende Anrufe anzunehmen und eine Notiz zu machen. Wenn das Umschalten nicht möglich ist: Ich nehme den Anruf entgegen, denn das gehört zu meinem Job. Ich halte das Gespräch möglichst kurz: Worum geht es? Was soll ich tun? Ich habe es notiert und kümmere mich darum. Dann bearbeite ich diesen Vorgang bei nächster Gelegenheit. Ansonsten kehre ich sofort zur vorigen Arbeit zurück.
Wenn mich das Telefonieren der Kollegen im Raum stört, kann ich zunächst nichts dagegen tun. Denn die anderen machen auch nur ihren Job. Ich muss trainieren wegzuhören. Vielleicht helfen auch Ohrschützer oder Schallschutzeinrichtungen im Büro. Das spreche ich beim Vorgesetzten an. Eine Ausnahme ist: Es wird häufig privat telefoniert. Dann spreche ich das Problem beim betreffenden Kollegen an und bitte freundlich, aber bestimmt darum, dass er seine Privatgespräche draußen führt. Damit ich meine Arbeit ordentlich erledigen kann.

d) Streit um die Raumtemperatur

Dies ist ein schwieriger Fall, denn Menschen haben ein unterschiedliches Temperaturempfinden. Die beste Lösung ist: Es arbeiten diejenigen Mitarbeitenden in einem Raum zusammen, die Temperaturen ähnlich empfinden. Ich frage also meine Chefin oder meinen Chef, ob das möglich ist. Fragen lohnt sich immer und kostet nichts.
Wenn diese Lösung nicht möglich ist, bespreche ich das Thema im Team: Welche Regeln können gefunden werden, die für alle Betroffenen akzeptabel sind? Das hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen und von der Situation ab. Flexibilität ist gefragt. Also: Zum Beispiel stoßlüften in kurzen Pausen oder einfach seine eigene Kleidung entsprechend den anpassen.

e) Arbeitsverweigerer im Team

Hier stellt sich die Frage: Bin ich betroffene Kollegin oder betroffener Kollege oder gar einer der Vorgesetzten? Wenn ich Kollegin oder Kollege bin, hilft nur eins: Nein sagen: „Ich kann dir bei deiner Aufgabe leider nicht helfen, weil ich selbst noch etwas Anderes erledigen muss.“ Die Pause, die dann eintritt, muss ich aushalten. Meistens verziehen sich die Arbeitsverweigerer wieder und versuchen es woanders. Wenn es aber heißt: „Kannst du mir vielleicht nicht doch helfen?“, dann muss ich konsequent bleiben und bestimmter werden: „Nein, kann ich leider nicht!“
Ich mache mir immer wieder bewusst: Die Aufgabe der oder des anderen ist nicht meine Aufgabe. Unter Kolleginnen oder Kollegen kann man sich auch mal aushelfen. Aber das muss sich ausgleichen und darf nicht zu Lasten Einzelner gehen. Bei notorischen Arbeitsverweigerern hilft nur ein klares Nein.
Wenn ich zu den Vorgesetzten gehöre, muss ich ein Gespräch mit dem Mitarbeitenden führen und klar sagen: „Das ist Ihre Aufgabe. Ich erwarte, dass Sie diese erfüllen.“ Ich sage, welches Ergebnis ich erwarte, worauf es dabei ankommt, warum das wichtig ist und bis wann alles fertig sein soll. Dabei wird vorausgesetzt, dass der Mitarbeitende nicht will. Wenn er hingegen nicht kann, muss ich ihm helfen oder Unterstützung bieten.

3. Konflikte zwischen Kollegen

-> Gehalt, Urlaub, Neid, Konkurrenz, Missgunst, Faulheit, einer macht mehr als der andere, Bevorzugung

Beispiel:
Frau Reuter arbeitet seit 8 Jahren in einem Unternehmen für IT-Dienstleistungen, sie gilt als freundliche und zuverlässige Kollegin und Mitarbeiterin. Als Assistentin und Teamleiterin der Geschäftsführung ist es u.a. ihre Aufgabe, Präsentationen für das donnerstags stattfindende Meeting der Teamleiter vorzubereiten. Dazu ist sie auf deren Informationen zu bestimmten Punkten angewiesen. Jeden Mittwoch muss sie den Teamleitern hinterherlaufen, sie anrufen und immer um die gewünschten Inhalte betteln. Mehrfach hat sie in den letzten Wochen und Monaten die anderen Teamleiter gebeten, sich an die Absprachen zu erinnern und sie einzuhalten, aber ihrer Bitte kommt keiner nach. Während des Meetings platzt ihr der Kragen. „Mir geht es auf die Nerven, dass sie mir die Infos nicht pünktlich zukommen lassen. Ich muss jeden Mittwoch Überstunden machen. Ich weiß nicht, wie sie ihre Freizeit verbringen, aber ich habe besseres zu tun, als hier bis in den späten Abend zu sitzen, nur weil ich ihnen völlig egal bin.“
Die Teamleiter rechtfertigen sich: Jeder von ihnen sei momentan in einer Ausnahmesituation. Da das Unternehmen expandiere, könne es schon mal passieren, dass man Dinge vergisst. Es sei keine Absicht, aber man könne doch wohl Verständnis erwarten. Außerdem sei dies nun wirklich keine Arbeit, die so viel Zeit in Anspruch nimmt und dass man dafür Überstunden machen muss. Frau Reuter solle doch mal darüber nachdenken, ob sie das nicht besser machen können.

4. Konflikte zwischen Angestellter und Vorgesetzter/ Chef

-> wegen Gehalt, Urlaub, Neid, Konkurrenz, Missgunst,
-> man fühlt sich benachteiligt, ausgenutzt,
-> andere Kollegen werden bevorzugt
-> fehlende Anerkennung, kein Lob oder falsches Lob
-> Sündenbock, man ist an allem schuld, für alle Fehler verantwortlich
-> Ausnahmesituation: Bossing! -> Mobbing durch Vorgesetzte, oft mit dem Ziel diese zu entfernen!

Beispiel:
Herr Huber arbeitet als einer von 4 Lageristen in einem Betrieb. Er hat als einziger Familie mit Kindern. Die andren 3 Kollegen werden jedoch immer bei der Urlaubsplanung bevorzugt. Wenn etwas nicht passt ist Herr Huber der Sündenbock. So etwas wie Lob kennt er nicht. Seine 3 Kollegen werden ständig gelobt. Er wird immer mehr zum Außenseiter. Seine Kollegen bekommen immer die tollen Aufträge, er die unangenehmen Tätigkeiten.

5. Konflikte auf der Führungsebene Konflikte „zwischen den Stühlen“

Beispiel:
Herr Maier ist Teamleiter (insgesamt gibt es 8 Teamleiter) in einer Papierfabrik und für ein Team bestehend aus 10 Mitarbeitern verantwortlich. Über ihm gibt es noch 4 Abteilungsleiter, sowie die beiden Geschäftsführer. Zwischen Herrn Maier und einem Teamleiter und einem Abteilungsleiter herrscht keine gute Atmosphäre. Dem Teamleiter und dem Abteilungsleiter gefällt es u.a. nicht so gut, dass Herr Maier als Chef so beliebt ist und sich für seine Mitarbeiter immer einsetzt. Oft ist Streit vorprogrammiert. Eines Tages soll Herr Maier 2 Mitarbeiter entlassen, egal wen.

Kommt Dir das bekannt vor?

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